Paula Ellert - Düsseldorf

Von innen und außen

Wohnzimmer sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren! Mit dem Innenarchitektur-Studium entdeckt Paula Ellert den Blick aufs Detail. Doch statt auszudenken, feilt sie lieber an Produkten – und holt dabei hervor, was in Vergessenheit zu geraten droht. Schallplatten zum Beispie. Die geben in ihren Augen eine prima Abstellfläche auf dem Beistelltisch ab. Und in den Leineneinbänden auf altbackenen Bildungsbürger-Angeberregalen sieht sie Material für eine Damentasche. Oder ist es eine Unisex-Präsentationsmappe? Nicht nur das lässt Paula Ellert buchstäblich offen. Nach Jahren hier und dort zieht es die gebürtige Düsseldorferin zurück in die Heimat, wo sie mit sechs weiteren Designern das Kollektiv Teilmöbliert bildet. Jeder von ihnen arbeitet allein, aber auf Ausstellungen und Messen treten sie als Einheit auf, raufen sich gar zum gemeinsamen Thema zusammen. Das passt zu NRW: Dessen Vielfältigkeit hat Paula Ellert schließlich zurück nach Düsseldorf gezogen. Ihrer Ansicht nach hat die Stadt ihre Stellung auf der Designmekka-Skala zwar an Essen oder Köln abgetreten. Aber eine wie Ellert gibt eh nichts auf Rang und Namen. Sie schaut auf die breite kreative Szene der Stadt – und lässt sich von deren Kunst, Mode und Musik inspirieren
Autor: Petra Engelke
Foto: Erwin Wenzel

eat & drink

Von der ThyssenKrupp-Zentrale zum Düsseldorfer Wahrzeichen – Das Dreischeibenhaus

Zwischen Hofgarten, den verspielten Bauten von Schauspielhaus und dem Daniel-Libeskind-Bau des Kö-Bogens ragt es mit einer beeindruckenden Höhe von 94 Metern in den Himmel empor. Das denkmalgeschützte, in der Aufbruchsstimmung des Wirtschaftswunders von 1957–1960 erbaute Dreischeibenhaus am Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf. Nach einer aufwändigen Sanierung und dem Abriss des Tausendfüßlers, einer Hochstraße, die über 30 Jahre dicht an diesem eindrucksvollen Gebäude vorbeiführte, zeigt es sich wieder von seiner besten Seite. Das Innere des Gebäudes ist hauptsächlich den Mietern der Büros vorbehalten, doch ist nicht alles vor dem Publikum verschlossen.
Das im Wahrzeichen beheimatete Restaurant Phoenix steht Besuchern offen und zeigt dabei viele faszinierende Facetten. Bauherr Patrick Schwarz-Schütte suchte sich nicht einfach einen Pächter für das erst 2016 eröffnete Restaurant im Erdgeschoss– er kümmerte sich selbst federführend um die Umsetzung. ImErdgeschoss findet sich eine Reminiszenz an die Bauzeit – von den Architekten Etienne Descloux und Irina Kromayer umgesetzt und elegant kombiniert mit modernen Elementen.
Die warme Atmosphäre mit dunkelgrünem Marmor und hölzernen Wandpanelen machen es zu einem absoluten optischen Highlight. Ein ganz anderes Erlebnis bietet das „Twenty-Two“. Das schlichte Interieur lässt den Freiraum für ein wahres Highlight– hoch im Turm gelegen bietet es zu besonderen Veranstaltungen wie Silvester einen phantastischen Ausblick über Düsseldorf und seine
Stadtgrenzen hinaus. Eine frühzeitige Reservierung ist deshalb sehr zu empfehlen.
Autor: Oliver Kapp
Fotos: Roman Knie

August-Thyssen-Straße 1 40211 Düsseldorf http://www.dreischeibenhaus.de/

art

Kunst zwischen Autotunneln

Schon von weitem ist er nicht zu übersehen – der Quader aus Glas und Beton an der Düsseldorfer Uferpromenade. Mit bestem Blick auf das Rheinknie kann manimKIT Museumscafé gemütlich verweilen und die Aussicht genießen. Hier lässt sich aber nicht nur Café genießen, sondern noch mehr entdecken. Über eine große Treppeim Inneren gelangt manin den darunterlegenden Ausstellungsraum, einen 140 Meter langen Tunnel parallel zum Rhein, der dem Gebäude seinen Namen schenkt. Hier werden vier bis sechs Ausstellungen pro Jahr gezeigt, wobeiderSchwerpunkt auf der Präsentation junger, aktueller Kunst aus verschiedensten Bereichen liegt. Ziel derKIT ist es, junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern und für deren Unterstützung, Akzeptanz und Anerkennung zu sorgen.
Autor: Oliver Kapp

Mannesmannufer 1b 40213 Düsseldorf http://www.kunst-im-tunnel.de/

art

Kommen Sie Rhein

In einem Hinterhof eines ehemaligen Fabrikgebäudes überrascht diese Privatsammlung gegenwärtiger Kunst. Der Kunstsammler Gil Bronner eröffneteimSommer2016 neue Räume für seine Ausstellung „Philara“. Die Sammlung des Künstlers umfasst circa 1200 Arbeiten, die dauerhaft und
imWechsel vorgestellt werden. Die Ausstellung „Philara“ setzt sich aus den Vornamen seiner Kinder zusammen und zeigt in der alten Glasfabrik auch
Werke von weltweit bekannten Künstlern. Darunter befindet sich die monumentale Installation „artichoke underground“von Freeman & Lowe, eine begehbare Struktur, auchHöhle genannt, die schon 2013 auf derArt Basel Unlimited allein wegen ihrer Größe und Komplexität Ansehen gewann.
Autor: Oliver Kapp
Fotos: Bozica Babic

Birkenstraße 47 40233 Düsseldorf http://www.philara.de/

shop

Vaseline Store

Wer etwas Ausgefallenes und Extravagantes sucht, sollte einen Blick in den versteckten Laden „Vaseline“ werfen. In diesem kleinen Juwel Düsseldorfs finden sich hippe Taschen, kunstvolle Statuen, ausgefallene Dekoration und eine große Auswahl an vielerlei bunten Schätzen. Der Laden spiegelt denpersönlichen Geschmack des Besitzers wieder, der sich sehr für junge Designer und Kunst interessiert. Er beschreibt seinen Store selbst als Potpourri
an verschiedenen Eindrücken und so entsteht hier ein absoluter Nicht-Mainstream-Stil. Dieses Jahr wiedereröffnet, bietet dieses knallbunte, schrille Kuriositätenkabinett ein absolut einzigartiges Erlebnis – und natürlich gibt es hier auch Vaseline.
Autor: Oliver Kapp

Wallstraße 35 40213 Düsseldorf